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Santé Prison Suisse

Wie ist SPS entstanden?

Chronologische Übersicht SPS 2008 - 2017

Bereits in den 90er Jahren war das Bundesamt für Gesundheit (BAG) involviert in Projekten zur Gefängnisgesundheit. Ausgelöst durch die HIV/AIDS-Epidemie der späten 80er Jahre war es u.a. an Pilotprojekten zum Spritzentausch in Haft sowie zur Ausdehnung der heroingestützten Behandlung HeGeBe in Haftanstalten beteiligt.

Ab 2005 wurden mehrere Studien zur Gesundheitssituation in schweizerischen Hafteinrichtungen in Auftrag gegeben, die Handlungsbedarf aufzeigten. In der Folge lancierte das BAG 2008 dann gemeinsam mit dem Bundesamt für Justiz (BJ) und der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) das Projekt «Bekämpfung von Infektionskrankheiten im Gefängnis (BIG)». Das Projekt dauerte von 2008 bis 2012.

Im Rahmen von BIG wurden wichtige Instrumente für den praktischen Einsatz erarbeitet, die nun auch auf der Seite von SPS zur Verfügung gestellt und weiterentwickelt werden:

Die methodische Vorgehensweise von BIG zeichnete sich durch eine hohe Praxisnähe und den Einbezug aller wichtiger Akteure aus verschiedenen Bereichen des Justizvollzugs und des Gesundheitswesens aus. Die wohl wichtigste Erkenntnis von BIG war jedoch die Feststellung, dass eine nationale interdisziplinäre Dialogplattform zwischen den Akteuren des Justizvollzugs und jenen der Gesundheitsversorgung weitgehend fehlt. Die im Projekt involvierten Repräsentanten beider Disziplinen erlebten diesen Austausch als äusserst bereichernd und wichtig.

Um die Nachhaltigkeit der Projektergebnisse und die Weiterführung des Austauschs zwischen Fachleuten des Justizvollzugs und der Gesundheitsversorgung sicher zu stellen, wurde im Frühling 2013 vom Steuerungsausschuss BIG die «Empfehlung zur Harmonisierung der Gesundheitsversorgung im schweizerischen Freiheitsentzug» verabschiedet, welche anschliessend von der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) sowie der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) unterzeichnet wurde. In dieser Empfehlung wird insbesondere die Schaffung eines Fachrats für Gesundheitsfragen im Justizvollzug, welcher von den beiden interkantonalen Konferenzen getragen wird, festgelegt (s. Interview mit Dr. Karen Klaue, SAZ Oktober 2013).

Während der noch durch das BAG finanzierten Aufbauphase Ende 2013 gab sich der «interdisziplinäre gesamtschweizerische Fachrat für Gesundheitsfragen im Justizvollzug» den prägnanteren Namen «Santé Prison Suisse» und traf Vorbereitungen für eine rasche Aufnahme der operativen Tätigkeit (u.a. Wahl der Präsidentin, Erarbeitung von organisatorischen Grundlagen, Schaffung und Besetzung des SPS Sekretariats).

In der zweijährigen Pilothpase (2014/2015) wurden die Broschüren «Gesundheit im Freiheitsentzug» (für das Justizvollzugspersonal und für Personen im Freiheitsentzug) fertiggestellt, übersetzt und publiziert, die vorliegende Internetseite aufgeschaltet und die bisher bestehenden Produkte wurden evaluiert. Es wurde ein Pilotnetzwerk in den Einrichtungen des Freiheitsentzugs und ein grosser Teil des nationalen Netzwerks von SPS aufgebaut. Am 26. Juni 2015 wurde die erste SPS-Tagung durchgeführt.

Aufgrund des Schlussberichts über die Pilotphase (hier eine gekürzte Version) entschied die KKJPD anlässlich ihrer Vollversammlung vom 13. November 2015, SPS in eine definitive Struktur überzuführen. 

2016 wurde die strategische Ausrichtung von SPS überarbeitet und die Zusammensetzung des Fachrats ab 2017 neu definiert.

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